BETON
IST STARK

Konstruktionsbeton nach Expositionsklassen

Auf Beton, Betonstahl oder die metallischen Einbauteile wirken verschiedene Umweltbelastungen ein, die nicht als Lasten bei der konstruktiven Bemessung berücksichtigt werden. Diese Einflüsse werden in Expositionsklassen eingeteilt. Daraus folgen die Anforderungen an die Zusammensetzung des Betons.

Die Bezeichnungen der einzelnen Expositionsklassen für Fertigbeton setzt sich aus dem Buchstaben X (für Exposition), der Kennung für die Art der schädigenden Einwirkung sowie einer Ziffer, welche die Intensität der Schädigungseinflüsse kennzeichnet, zusammen. Für die verschiedenen Arten von Einwirkungen werden folgende Abkürzungen aus dem Englischen verwendet:

  • 0 für Zero Risk (kein Angriffsrisiko)
  • C für Carbonation (Carbonatisierung)
  • D für Deicing Salt (wechselfähige Chloride, beispielsweise aus Streusalz)
  • S für Seawater (Meerwasser)
  • F für Frost (Frost und Tausalz)
  • A für Chemical Attack (chemischer Angriff)
  • M für Mechanical Abrasion (mechanischer Angriff, Abrieb, Verschleiß o.ä.)

    Expositionsklassen

    Expositionsklassen
    Klasse Umgebung Beispiel
    X0 Kein Korrosions- oder Angriffsrisiko Fundamente ohne Bewehrung und ohne Frost; Innenbauteile ohne Bewehrung
    XC Bewehrungskorrosion, ausgelöst durch Karbonatisierung
    XC1 Trocken oder ständig nass Innenräume mit üblicher Luftfeuchte; Beton ständig in Wasser getaucht
    XC2 Nass, selten trocken Teile von Wasserbehältern, Gründungsbauteile
    XC3 Mäßige Feuchte Offene Hallen, Innenräume mit hoher Luftfeuchtigkeit, z.B. gewerbliche Küchen, Bäder Wäschereien, Viehställe
    XC4 Wechselnd nass und trocken Außenbauteile mit direkter Beregnung
    XD Bewehrungskorrosion, verursacht durch Chloride
    XD1 Mäßige Feuchte Bauteile im Sprühnebelbereich von Verkehrsflächen, Einzelgaragen
    XD2 Nass, selten trocken Solebäder, Bauteile, die chloridhaltige Industrieabwässer ausgesetzt sind
    XD3 Wechselnd nass und trocken Teile von Brücken mit häufiger Spritzwasserbeanspruchung; Fahrbahndecken; Parkdecks
    XS Bewehrungskorrosion, ausgelöst durch Chloride aus Meerwasser
    XS1 Salzhaltige Luft, kein unmittelbarer Kontakt mit Meerwasser Außenbauteile in Küstennähe
    XS2 Unter Wasser Bauteile in Hafenbecken, die ständig unter Wasser liegen
    XS3 Tidebereiche, Spritzwasser- und Sprühnebelbereiche Kaimauern in Hafenanlagen
    XF Frostangriff mit und ohne Taumittel
    XF1 Mäßige Wassersättigung, ohne Taumittel Außenbauteile
    XF2 Mäßige Wassersättigung, mit Taumittel Bauteile im Sprühnebel- oder Spritzwasserbereich von taumittelbehandelten Verkehrsfläche, soweit nicht XF4; Betonbauteile im Sprühnebelbereich von Meerwasser
    XF3 Hohe Wassersättigung, ohne Taumittel Offene Wasserbehälter; Bauteile in der Wasserwechselzone von Süßwasser
    XF4 Hohe Wassersättigung mit Taumittel Offene Wasserbehälter; Bauteile in der Wasserwechselzone von Süßwasser
    XA Betonkorrosion durch chemischen Angriff
    XA1 Chemisch schwach angreifend Behälter von Kläranlagen; Güllebehälter
    XA2 Chemisch mäßig angreifend Bauteile in Betonangreifenden Böden
    XA3 Chemisch stark angreifend Industrieabwasseranlagen, Gärfuttersilos und Futtertische der Landwirtschaft; Kühltürme mit Rauchgasableitung
    XM Betonkorrosion durch Verschleißbeanspruchung
    XM1 Mäßiger Verschleiß Tragende oder aussteifende Industrieböden mit Beanspruchung durch luftbereifte Fahrzeuge
    XM2 Starker Verschleiß Tragende oder aussteifende Industrieböden mit Beanspruchung durch luftbereifte Fahrzeuge
    XM3 Sehr starker Verschleiß Tragende oder aussteifende Industrieböden mit Beanspruchung durch elastomer- oder stahlrollenbereifte Gabelstapler oder Kettenfahrzeuge; Wasserbauwerke in Geschiebebelasteten Gewässern.
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